Finanzwissen

Geschlossene Immobilienfonds

Mit der Beteiligung an einem "Geschlossenen Immobilienfonds" wird dem Investor die Möglichkeit gegeben, an den Gewinnen aus Vermietung und Verpachtung, sowie der Wertsteigerung der Immobilie zu partizipieren und außerdem, je nach zu versteuernden Einkommen, die reduzierten steuerlichen Abschreibungen zu nutzen.

Im Gegensatz zu einem offenen Immobilienfonds ist die Zahl der Anleger und des Fondsvolumens begrenzt, das heißt, wenn die zur Zeichnung anstehende Summe erreicht ist, wird der Fonds geschlossen (daher der Name).

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen der Anlage in einen "nutzerorientierten Fonds" (Gewerbeimmobilie), oder einen "kapitalanlageorientierten Fonds" (Wohnimmobilie). Ausschlaggebend für beide Varianten ist ein guter Standort der Immobilie, sowie langfristige Mietverträge (bei Gewerbe besonders wichtig!).

Da geschlossene Immobilienfonds, im Gegensatz zu offenen, nicht den strengen Vorschriften der Gesetzgebung für Kapitalanlagegesellschaften unterliegen, sollte der Anleger genau darauf achten, welcher Gesellschaftsform (GbR - man haftet zusätzlich zur Einlage mit Privatvermögen / KG - man kann nur die Einlage verlieren) er sich anschließt.

Die Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds ist als mittel- bis langfristig (10 - 30 Jahre) anzusehen, wobei ein vorzeitiger Ausstieg in der Regel nicht, bzw. nur mit finanziellen Verlusten möglich ist. Andererseits können Steuervorteile (gehobenes Einkommen vorausgesetzt) und Renditeerwartungen von 7 - 9% p. a. die Beteiligung in einen solchen Fonds durchaus lukrativ machen.
Kapitalform: Sachwert
Inflation / Kaufkraftverlust: Durch die Wertsteigerung von Sachwerten durch die Inflation unterliegt ein Immobilienfonds nur indirekt im positiven Sinne der Inflation.
Rendite: zumeist solide einstellige Renditen
Anlagezeitraum: mittel- bis langfristig (meist 10 - 30 Jahre)
Kommentar: Die Chancen einer Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds liegen eindeutig bei den höheren Renditeerwartungen und gewissen steuerlichen Vorteilen (§7 EStG) gegenüber einem offenen Immobilienfonds.

Das größte Risiko bei der Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds besteht im Mietausfall bzw. Leerstand von Teilen oder des gesamten Objektes. Genauso wenig kann man die Wertsteigerung der Immobilie prognostizieren, da diese von der Marktentwicklung des Immobilienmarktes abhängig ist.

Fazit: Wer eine Immobilienaffinität besitzt, aber sich nicht persönlich als Vermieter um alles kümmern möchte, wer etwas risikofreudig ist und über ein gutes mittleres bis gehobenes Einkommen verfügt, für denjenigen kann die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds genau das Richtige sein.